Geschichte der Normandie

Die historische Provinz Normandie im Norden Frankreichs zählt zu den beliebtesten Urlaubsregionen des Landes. Doch nicht nur kilometerlange Strände, die weißen Kreidefelsen von Etretat und malerischen Hafenstädtchen ziehen jährlich hunderttausende Touristen in die Normandie – Auch die normannische Geschichte der Region bietet viel, was es zu entdecken gilt.


 Jeder Quadratkilometer Geschichte

Häufig genannte Schlagworte, die im Zusammenhang mit der Normandie fallen, sind u.a. Wilhelm den Eroberer, D-Day und das Abtei Mont-Saint-Michel. Und tatsächlich birgt jeder Quadratkilometer der Normandie pure Geschichte. So malte der berühmte französische Impressionist Claude Monet u.a. an der Kanalküste der Normandie. Heute können sein Haus und der berühmte Garten, den er auch als Motiv seiner Bilder nutzte, besichtigt werden.

Auch die Landungsküste, an der während des Zweiten Weltkrieges am 6. Juni 1944 die Landung alliierter Truppen in der Normandie, zählt zu den historischen Highlights der Provinz. Mit dem sogenannten D-Day wurde die Befreiung Frankreichs und Europas vom Nationalsozialismus eingeläutet.


 Von Iulius Caesar bis zum Mont-Saint-Michel

Doch die Geschichte der Normandie fängt noch viel früher an. Zwischen 58 und 51 v. Chr. eroberte der  römische Staatsmann und Feldherr Gaius Iulius Caesar die Region und errichtete die ersten Städte. Damals trug die heutige Normandie den Namen Provincia Gallia Lugdunensis Secunda.

Zwischen 486/87 wurde der letzte gallo-römische Heerführer Syagrius von den Franken unter Chlodwig I. - einem fränkischen König aus der Dynastie der Merowinger - besiegt. Diese gewannen die gallischen Gebiete nördlich der Loire, wo Chlodwig in Rouen einen Bischofssitz gründete.

Aufgrund seiner gewaltsamen Unterwerfung aller anderen fränkischen Teilkönigreiche, sowie weiterer, germanischer Stämme, wird Chlodwig I. als Begründer des Frankenreichs angesehen, zu dessen Hauptstadt er Paris machte.

Die ersten Kloster in der Normandie wurden im 7. und 8. Jahrhundert gegründet. Die Abtei Jumièges ist heute eine der großartigsten und schönsten Ruinen Frankreichs und für Besucher öffentlich zugänglich. Auch die Abteikirche Saint-Ouen ist eine bedeutende gotische Kirche in Rouen und für ihre Architektur und Cavaillé-Coll-Orgel berühmt.

Im 7. Jahrhundert erbaut und noch heute benutzt wird die Benediktiner-Abtei Saint-Wandrille in der Normandie. Das Kloster befindet sich bereits seit 1862 als „Monument historique“ unter Denkmalschutz.

Das wohl bekannteste Kloster in der Normandie wurde im Jahre 709 vom Bischof von Avranches errichtet: Die Rede ist vom Mont-Saint-Michel. Die befestigte Abteil liegt auf der gleichnamigen Felseninsel Mont Saint-Michel zählt als Beispiel für französische normannische Architektur als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Frankreichs.

Interessant ist auch die Legende, die sich um das Benediktinerkloster rangt. So soll der Erzengel Michael den Bischof Aubert von Avranches mit dem Bau einer Kirche auf der felsigen Insel beauftragt haben. Als der Bischof auch der mehrfachen wiederholten Aufforderung nicht Folge leistete, brannte der Erzengel ihm mit seinem Finger ein Loch in den Schädel. Der durchlochte Schädel des Bischofs von Avranches wird heute in der Kirche Saint-Gervais in Avranches aufbewahrt. Allerdings dürfte es sich in Wahrheit um einen trepanierten, also operativ geöffneten Schädel aus dem Mittelalter handeln.

Zwischen 708 und 709 soll der heilige Aubert dann zu Ehren des heiligen Michael ein erstes Sanktuarium errichtet haben. Daher wird der Bau des Abteis Mont-Saint-Michel auch auf das Jahr 708 datiert.

Bis heute sind die zahlreichen Burgen, Klöster und Dorfkirchen Zeitzeugen der hohen Kultur der damaligen Zeit.


 Die Entstehung der Normandie im Mittelalter

Unter ihrem Anführer Rollo kamen im 9. Jahrhundert die Wikinger aus Dänemark und Norwegen in die Normandie. Als Land der Normanen, das sich aus einheimischen Franzosen und hinzugekommenen Wikingern gebildet hatte, kam die Normandie auch zu ihrem Namen.

Im Jahr 841 fand der erste Wikingerüberfall auf die Stadt Rouen statt.  911 kommandierte der Wikingeranführer Rollo den letzten großen Überfall der Wikinger auf Frankreich, bei dem das Gebiet der Seine um Paris verwüstet wurde. Im gleichen Jahr schloss er mit dem westfränkischen König Karl III. der Einfältige den Vertrag von Saint-Clair-sur-Ept. Dieser Vertrag, der heute leider nicht mehr schriftlich erhalten ist, ist die Geburtsakte der Normandie.

In dieser Vereinbarung trat Frankenkönig Karl III. das Gebiet der Normandie als Lehen an Rollo ab, um die immer fortwährenden Kämpfe zu beenden. Nun sollte der Normanne Rollo die Normandie gegen weitere Überfälle eindringender Wikinger verteidigen.  Nachdem er Rollo das Herzogtum zugesprochen hatte, wurde Rouen zur Hauptstadt der Normandie. Die Grafschaft Rouen war somit der Ursprung der heutigen Normandie.

Von größter Bedeutung für die Geschichte der Normandie waren die Jahre 1047 bis 1060. Wilhelm, der Nachfahre Rollos, war seit dem Jahr 1035 als Wilhelm II. Herzog der Normandie. In dieser Zeit befand er sich fast pausenlos im Kriegszustand und hatte zahlreiche aufstände und Krisen zu überwinden, die ihn beinahe gestürzt hätten.

In den Jahren danach konnte Wilhelm seine Macht und Autorität weiter ausbauen.  Unter ihm wurde das Herzogtum Normandie so stark, dass er im Jahre 1066 den Einfall in ein fremdes Land wagen konnte. So segelte er mit einer gewaltigen Armada über den Ärmelkanal, wo ihm anschließend der Sieg über die Angelsachsen unter ihrem König Harald II. gelang.

Dieser erste militärische Erfolg der französischen Normannen bei der Eroberung Englands ging als „Schlacht von Hastings“ in die Geschichte der Normandie ein. Am Weihnachtstag 1066 wurde Wilhelm, Herzog der Normandie, in der Westminster Abbey nach altem englischem Brauch zum König gekrönt, wo er als Wilhelm I. das Königreich England regierte.

So wurde Wilhelm der Bastard, wie er vor der Eroberung Englands  genannt wurde, zu Wilhelm dem Eroberer.

Bis zur Eingliederung der Normandie in das französische Königreich im Jahre 1204, war die Region zwischenzeitlich immer wieder für mehrere Jahre ein Teil Englands. Auch während des Hundertjährigen Krieges und Zweiten Weltkrieges war die Normandie zeitweise von englischen Truppen, bzw. der deutschen Wehrmacht besetzt.


 D-Day und die Schlacht um die Normandie

Am 6. Juni 1944 landeten die West-Alliierten an den normannischen Stränden. Der D-Day war der Beginn der Operation Overlord – Einer der größten Militäroperationen der Menschheitsgeschichte. Ziel war es, die deutschen Besatzer aus Nordfrankreich zurückzudrängen und dort eine feste Basis aufzubauen.

Am 5. Juni 1944 verließ eine Armada von 20.000 Schiffen die britischen Häfen, um Europa vom Faschismus zu befreien. Am D-Day kamen die stärksten Landungskräfte der Kriegsgeschichte zum Einsatz. Insgesamt 135.000 Soldaten landeten an den fünf dafür vorgesehenen Strandabschnitten Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword.

Die Operation Overlord endete 25. August 1944, als die Alliierten am Ende der Schlacht um Paris Frankreichs Hauptstadt einnahmen. Die Schlacht um die Normandie, die 100 Tage dauern und weit über 200.000 Soldaten auf beiden Seiten das Leben kosten sollte, läutete die Befreiung Frankreichs und Europas vom Nationalsozialismus ein.

Die Strände der Normandie, die am 6. Juni 1944 zum größten Kriegsschauplatz aller Zeiten wurde, sind auch heute noch Anziehungspunkte für Touristen. Als Gedenken an die Opfer wurden in der Region zahlreiche Mahnmale, Militärfriedhöfe, Gedenkstätten und Museen errichtet. Auch wird der Jahrestag des D-Days jährlich mit Feierlichkeiten  begangen.

Für Touristen wurden acht chronologische Rundfahrten unter dem Motto „Normandie - Terre Liberté" bzw. „Normandie - Land der Freiheit“ ausgearbeitet. Diese historischen Rundtouren ermöglichen, die historischen Stätten zu entdecken und den Verlauf dieser riesigen Schlacht um die Normandie zu verstehen.


 Die Normandie als Reiseziel

Die Normandie entwickelte sich bereits vor dem D-Day zu einem beliebten Reiseziel. Die Hafenstadt Dieppe in der Region Haute-Normandie war zurzeit Napoléons III. der erste mondäne Badeort Frankreichs.

Die Badegäste reisten mit der Bahn von Paris oder mit der Fähre von Newhaven in den populären Urlaubsorts. Neben Napoleon samt Gattin Marie-Louise von Österreich, zählte auch die britischen High Society zu den Badegästen von Dieppe.

Napoleons Mutter, Königin Hortense von Holland und die Herzogin von Berry machten die Hafenstadt kurz darauf zum ersten Seebad Frankreichs. Ihre Begeisterung galt nicht nur den zahlreichen Abteien und romantischen Burgen, sondern auch der Möglichkeit, auf den Spuren ihrer Ahnen wandeln zu können.

Im Jahre 1828 erschien bereits der erste illustrierte Reiseführer „Romantic Normandy“ in zwei Bänden. Bis heute ist die Normandie vor allem unter Urlaubern aus England, Belgien und Deutschland ein geschätztes Reiseziel. Zu den touristischen Attraktionen, die man gesehen haben muss, zählen u.a. der sagenumwobene Mont-Saint-Michel, der weltberühmte Teppich von Bayeux und die weißen Kreidefelsen von Etretat.

1956 wurde die historische Normandie in die zwei Regionen Basse-Normandie (in Richtung Westen) und Haute-Normandie (nördlich von Paris) aufgeteilt. Unsere Normandie-Ferienhäuser in den kleinen Orten Etreham, Ste.-Honorine-des-Pertes, Longueville, Colleville-sur-Mer und Port-en-Bessin liegen allesamt in der Region Basse-Normandie.

Die malerischen Dörfer, die Nähe zum Strand, sowie zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten direkt vor Ort machen die Basse-Normandie zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen Frankreichs. Und wer Lust hat, kann einen Ausflug in die Haute-Normandie unternehmen und weitere historische Schätze entdecken!

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