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Wie ein blauer
Teppich liegt der Atlantik während der Sommermonate vor den langen, feinen
Sandstränden und Felsklippen der Normandie. Eine zerklüftete und faszinierende
Landschaft. Der Nordwesten Frankreichs zeigt sich dabei gerne von seiner
saftig-grünen Seite. Es blüht und gedeiht in diesem historischen Land.
Und an seiner rund 65o Kilometer langen Küste. Die Pferdezucht hat in
dieser farbenfrohen Region Tradition. Aber auch Gourmets kommen ganz auf
ihre Kosten. Dafür sorgen die "3 C's": Camenbert, Cidre und Calvados.

Die großen
Orte Rouen (Hauptstadt des Bezirks Haute-Normandie) und Caen (Hauptstadt
des Bezirks Basse-Normandie) sind lebendige Städte, die natürlich auch
von ihrer bewegenden Vergangenheit geprägt sind und somit jede Menge kultureller
High-Lights bieten.
Calvados
Wer hätte es gewusst? Wer über "Calvados" spricht muss nicht zwangsläufig
an das beliebte und allseits bekannte Getränk denken. Calvados ist auch
ein Bezirk der Normandie. Dort stehen unsere Ferienhäuser. Als Zentrum
von Calvados gilt übrigens der historische Ort Caen. Nördlich davon liegt
die Küste, mit ihren weit über 20 Strandabschnitten.
Klima
Das Seeklima ist das ganze Jahr über mild. Die Sommer können auch mal
heiß sein, insgesamt ist die Wetterlage jedoch rasch wechselnd. Auch an
Regentagen scheint meist zwischendrin immer wieder die Sonne. Viele Menschen
empfinden die Apfelblüte, in den Monaten April bis Ende Mai sehr schön.
Die klassische Badezeit reicht von Ende Juni bis Ende August, bei Temperaturen
zwischen 18 und 22 Grad.
Kultur
Kulturinteressierte Besucher können sich in der Normandie auf historischen
Pfaden bewegen. Rouen, an der Seine, ist sicherlich einen Besuch Wert.
Zwischen den wunderbar restaurierten Häusern der Altstadt findet sich
unübersehbar die Cathédrale Notre-Dame, erbaut in französischer Gotik.
Die riesigen Portale versetzen die Besucher in staunen. Drinnen finden
sich die Gräber einiger normannischer Herzöge.

Nahe dem
Fischereihafen von St-Vaast-la-Hogue liegt die Ile de Tatihou. Das klingt
nicht nur märchenhaft, sondern das winzige Eiland präsentiert sich auch
so. Ein stattliches Fort thront auf einer Anhöhe. Rings herum im Meer
sollen bis heute viele Schiffwracks liegen, denn vor den Toren dieser
Festung tobte einst die Seeschlacht von Hogue.
Natur
Wer es mittelalterlich mag, muss sich den größten Naturpark Franksreichs,
den Parc Naturel Régional de Normandie-Maine anschauen. Eine vielzahl
von alten Schlössern steht inmitten einer spannenden Natur. Am bekanntesten
ist das Schloß Carrouges.
Das Bessin und seine Perlmuttküste
Das Bessin mit seinen endlosen Feldern, Wiesen und Weiden blickt auf eine Geschichte zurück, die mal schön ist, aber auch mal nachdenklich stimmt.
Der einst mächtige Bischofssitz Bayeux ist kunsthistorisch in doppeltem Sinne ein glänzendes, ein funkelndes Juwel. Einmal natürlich durch die herrliche normannisch-gotische Kathedrale Notre Dame. Zum anderen durch den weltberühmten Teppich von Bayeux, die einmalige zeitgenössische Darstellung einer Invasion über den Kanal. Was war passiert? Wilhelm der Eroberer, der legendäre Herzog der Normandie, hatte sich im Jahre 1066 mit einer großen Flotte aufgemacht, englischer König zu werden. Durch die siegreiche Schlacht bei Hastings wurde er es auch und begründete damit das über Jahrhunderte herrschende anglo-normannische Reich. Auf dem Teppich, einem knapp 70 m langen und 50 cm breiten Leinenstreifen, wird der historische Vorgang in Comic-Manier nacherzählt und in vielen Details dargestellt. Es ist das originellste, aber auch aussagekräftigste Geschichtsdokument aus dem Mittelalter - zu besichtigen im Centre Guillaume le Conquérant, einem prächtigen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert.
Einmal hin, einmal her...!
Gerade zehn Kilometer vom Centre Guillaume entfernt, im Musée du Débarquement in Arromanches-les-Bains, wird über eine andere weltbewegende Invasion informiert: die Landung der Alliierten im Juni 1944. Dokumente, Modelle und authentische Filme dokumentieren das gewaltige Unternehmen, das mit großen Opfern und Verlusten das Ende des Zweiten Weltkrieges einleitete. Die Begegnung mit Relikten des Geschehens, mit Mahnmalen und Friedhöfen entlang der Landungsküsten hält die Erinnerung an die leidvollen Vorgänge wach. Trotzdem ist im Alltag die Normalität längst wieder eingezogen und das ist gut so.
Wassersegeln contra Strandsegeln
Wie die anderen normannischen Küsten auch, ist die Bessin-Küste ein herrliches Ferienparadies. Der endlose, golden blinkende Strand lädt ein zu Spaziergängen, Wanderungen und Ausritten. Die bei Ebbe breiten Wattflächen lassen vor allem die Herzen der Strandsegler höher schlagen. Eine Fahrt entlang der Perlmutt-Küste führt von Badeort zu Badeort: Ouistreham-Riva-Bella, Luc-sur-Mer, St-Aubin-sur-Mer und Courseulles-sur-Mer. Überall sind familiengerechte Ferien mit allem Drum und Dran möglich. Natürlich auch mit wunderschönen Plätzchen zum Sandeln und Sandburgenbauen. Hinter der Küste ist eine prächtige Hügellandschaft zu erleben, in die sich viele sehenswerte Bauwerke eingenistet haben. So ist das Renaissance-Schloß Fontaine-Henry ein Juwel der Palast-Architektur. Perlen sind auch die Schlösser von Creully, Creullet, Lantheuil und Brécy. Ebenso das Ancien Prieuré de St-Gabriel, ein überaus eindrucksvolles ehemaliges Priorat. Zurück zur Küste, an der es im malerisch zwischen 60 Meter hohen Steilklippen gelegenen Port-en-Bessin recht lebendig zugeht. Das Hafenstädtchen lebt vom Hochseefischfang und von den in der Mündungsbucht der Seine eingesammelten Jakobsmuscheln. Zu empfehlen ist, nach dem Stadtbummel in eines der pittoresken Hafenrestaurants einzukehren und die Genüsse des Meeres frisch und köstlich zubereitet zu genießen. Weiter westlich, fast schon am Ende der Bessin-Küste, breiten sich auf schwerem Lehmboden saftige Weiden aus, die das Land für seine Milchprodukte berühmt gemacht haben.
Isigny-sur-Mer, an der fast vollständig verlandeten und mit satten Wiesen gesegneten Baie des Veys, ist in Frankreich ein Synonym für Butter hochklassiger Qualität. In der Bucht liegt auch ein interessantes Vogelschutzgebiet, das sich von dem kleinen Fischerhafen Grandcamp-Maisy mit Ausflugsbooten erreichen läßt - eine schöne Fahrt, die eine erlebnisreiche Küste eindrucksvoll beschließt.
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